Nachrichten

Inhalt:

  • Vergleichsanbauten der dezentralen Rosen-Genbank

  • Jahresbericht der Stiftung 2007




  • Vergleichsanbauten der dezentralen Rosen-Genbank – ein Aufruf zur Beteiligung

    Die Stiftung des Vereins Deutscher Rosenfreunde e.V. Europa-Rosarium Sangerhausen hat die Gründung eines Genbank-Netzwerkes für die Rosen und den Aufbau umfangreicher Referenzsammlungen in Sangerhausen initiiert, um die Vielfalt der in Deutschland wild wachsenden und der kultivierten Rosen zu erfassen.

    Aufgabe des Netzwerkes ist es, diese Vielfalt für die Zukunft zu sichern und ihre Nutzung zu gewährleisten. Eine wesentliche Voraussetzung dafür ist die eindeutige Identifizierung der Sorten und Herkünfte. In großen wie in kleinen Sammlungen kann es immer wieder zu Verwechslungen und Fehletikettierungen kommen. Diese Fehler treten natürlich auch in Rosen- und Baumschulen auf. Sie werden weitergegeben, wenn kein aufmerksamer, kenntnisreicher Mitarbeiter oder Kunde sie bemerkt und korrigiert. Um diese Fehler, Unsicherheiten und Verwechslungen auszuräumen, möchte das Genbank-Netzwerk Rose mit der Anlage systematischer Vergleichsanbauten beginnen. Dazu ist es erforderlich, möglichst alle unterschiedlichen Herkünfte einer bestimmten Sorte unter gleichen Bedingungen an mehreren Standorten über Jahre hinweg vergleichend zu betrachten und zu prüfen. Die Anlage der Vergleichsanbauten wird über das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz finanzierte Modellvorhaben „Beispielhafte Erfassung und Charakterisierung der genetischen Ressourcen von Zierpflanzen anhand der Rose – Errichtung eines Genbanknetzes für die Rose“ in der Forschungsstelle Sangerhausen koordiniert. Begonnen wird mit den vergleichsweise überschaubaren historischen Rosenklassen: Rosa × alba, Rosa × damascena, Rosa × centifolia, Rosa × francofurtana und mit Abkömmlingen des Tausendjährigen Rosenstockes zu Hildesheim.

    zurück zum Inhaltsverzeichnis!


    Jahresbericht der Stiftung 2007

    Jahresbericht 2007 der Stiftung

    I. Finanzielle Situation

    Festgeschriebenes Stiftungsvermögen 450.000,00 €

             Vermögensstand am 31.12.2006                                487.280,92 €

    Einnahmen

             Spendenaufkommen 2007              8.058,00 €

             Zustiftungen 2007                           2.010,00 €

             Zinsen 2007 *)                                 1.607,95 €

             Summe der Einnahmen                11.675,95 €

    *) Bedingt durch die Festgeldanlage bei der Postbank fällt die Zinsgutschrift von 4,5 %

        erst am 11.07.2008 an. Für den Zeitraum vom 01.10. bis 31.12.2007 kann deshalb  

        dafür keine Zinsgutschrift als Einnahme angegeben werden.

     

    Ausgaben

    - Forschungsprojekt

      ‚Bodenmüdigkeit bei Rosen’                      13.249,59 €

    - Forschungsprojekt

      ‚Induktion von Nachbauproblemen

      durch verschiedene Rosenarten                 3.993,34 €

    - Pilotprojekt

      ‚Carotinoidanalyse aus Hagebutten           2.561,29 €

    - ‚Digitalisierung historischer

      Rosenbonitierbogen                                          500,00 €

    - Internetauftritt                                                   46,20 €

    - Verwaltungsausgaben                                         0,00 €

    Summe der Ausgaben                                  20.350,42 €

    Vermögensminderung 2007                          8.674,47 €

    Vermögensstand am 31.12.2007                                              478.606,45 €

     

    Rücklagen

    - für Forschungsprojekt ‚Bodenmüdigkeit bei Rosen’                   10.000,00 €

    - für ‚Aufbau Rosenblibliothek Sangerhausen’                                  6.000,00 €

    - für Modellvorhaben ‚Genbanknetzwerk Rosen’                              3.000,00 €

    - für ‚Digitalisierung Rosenbonitierbogen’                                             800,00 €

     

    Dank der Übernahme der Geschäftskosten durch die GESELLSCHAFT DEUTSCHER ROSENFREUNDE e. V. konnten die Spenden in voller Höhe für die laufenden Projekte der Stiftung verwendet oder entsprechend dem Wunsch der Spender zur Aufstockung des Stiftungsvermögens eingesetzt werden.

     

     

    Investitionen 2007

    Der Schwerpunkt der Fördermaßnahmen der Stiftung lag 2007 bei der Finanzierung der laufenden wissenschaftlichen Projekte.

     

    Forschungsvorhaben „Die chemische Vielfalt des Rosenduftes“

    Dieses Projekt wurde im Rahmen des Modellvorhabens Genbanknetzwerk Rosen von Dr. Jörg Degenhardt am Max-Planck-Institut für chemische Ökologie in Jena bearbeitet. Der vorliegende Abschlußbericht informiert über die Ergebnisse der Erfassung von Rosenduftkomponenten von 51 Rosenarten im Europa-Rosarium. Die nachgeschaltete Datenanalyse ergab 317 verschiedene Duftstoffe. Untersuchungen bezüglich der Vererbung des Rosenduftes weisen recht interessante erste Ergebnisse auf. Sie zeigen aber auch, wie wichtig und notwendig die Weiterführung der Forschung auf dem Sektor Rosenduft ist.

     

    Pilotprojekt „Hagebutten – die Tomaten Europas?“

    Unter diesem für den Laien besser verständlichen Titel berichtet Dr. Volker Böhm über das von ihm an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Institut für Ernährungs-wissenschaft durchgeführte Forschungsvorhaben „Analyse von Carotinoidmustern aus Hagebutten und deren Verwendung als chemotaxonomische Marker in der Ernährungswissenschaft“. Der Abschlußbericht über die durchgeführten Untersuchungen und umfangreichen Analysen ergeben erstaunliche Erkenntnisse über die Hagebutten. Neben dem hohen Anteil von Vitamin C enthalten sie weitere fördernde Wirkung erkannten Lycopin kommt Hagebutten – deren Lycopingehalt höher als bei Tomaten ist – erhöhte Beachtung bei der Behandlung verschiedener Krankheitssymptome wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Macula lutea und bei verschiedenen Tumorarten zu. Eine Weiterverfolgung dieser Forschungsarbeit könnte den Rosen durch die Inhaltsstoffe ihrer Hagebutten zu zusätzlicher Bedeutung verhelfen.

     

    Forschungsvorhaben „Bodenmüdigkeit bei Rosen“

    A. Grundlagenforschung

    Im 3. Jahr der Laufzeit des Vorhabens konnten an der Universität Göttingen weitere viel versprechende Ergebnisse erzielt werden. In einem mit Lichtbildern dokumentierten Vortrag hat Prof. Dr. Wolf im Rahmen des Deutschen Rosenkongresses 2007 in Seppenrade erste recht interessante Resultate vorgestellt. Das Projekt endet am 31.03.2008.

     

    B. Anwendungsforschung

    Forschungsprojekt „Induktion und Toleranz von Nachbauproblemen durch verschiedene Rosenarten“

    Das von  Prof. Dr. Wolfgang Spethmann an der Universität Hannover Institut für Zierpflanzen und Gehölzwissenschaften betreute Projekt wurde am 01.12.2007 abgeschlossen. Die im Abschlußbericht aufgelisteten Versuchsergebnisse zeigen sehr deutlich wieviel Anstrengungen zu Lösung des Phänomens Bodenmüdigkeit noch erforderlich sind.

     

    Modellvorhaben „Beispielhafte Erfassung und Charakterisierung der genetischen Ressourcen von Zierpflanzen anhand der Rose – Errichtung eines

    Genbanknetzes für die Rose“

    Entsprechend den vertraglichen Vereinbarungen wurde das Modellprojekt im 3. Jahr von Projektleiter Dr. Thomas Gladis in Sangerhausen weitergeführt. Das Vorhaben endet am 31.03.2008.

     

    Digitalisierung historischer Rosenbonitierbogen

    Aus der Zeit des Bestehens der Deutschen Rosenforschungsstelle Sangerhausen 1936 – 1944 unter dem Naturwissenschaftler Harald von Rathlef sind umfangreiche handschriftliche Aufzeichnungen mit ausführlichen Sortenbeschreibungen und Bewertungen vorhanden. Um diese wertvollen Unterlagen zu erhalten und sie in lesbare digitale Form umzusetzen wird von der Stiftung die Maßnahme mit der Aufgabenstellung

    -          Überführung der Boniturbögen in Excel

    -          Schaffung der Grundlage für den Vergleich mit aktuellen Bonituren

    -          Erfassung in der bestehenden Datenbank des Rosariums

    Gefördert.

     

    Förderprojekte 2008

    Vorstand und Beirat beschlossen neben der abschließenden Finanzierung des auslaufenden Forschungsvorhabens „Bodenmüdigkeit bei Rosen“ und der Weiterführung der Maßnahme „Digitalisierung historischer Rosenbonitierbogen“

    den Schwerpunkt der Förderung 2008 auf das Vorhaben

    „Aufbau der Rosenbibliothek im Europa-Rosarium Sangerhausen zu konzentrieren.

     

    Forschungsvorhaben 'Bodenmüdigkeit bei Rosen

    Am 17.3.2005 wurde von der VDR Stiftung mit der Georg-August-Universität Göttingen Institut für Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz, Projektleitung Prof. Dr. Peter Karlovski unter Mitwirkung von Prof. Dr. Gerhard Wolf ein Forschungs- und Entwicklungsvertrag für das Vorhaben abgeschlossen.

     

    Das Vorhaben wurde im Zeitraum vom 1.4.2004 bis 31.3.2008 durchgeführt. Gemäß dem Finanzierungsplan stellte die VDR Stiftung für die Forschungsarbeiten 50.000 € zur Verfügung.

     

    Das Projekt wurde von Dr. Anke Sirrenberg, einer Mitarbeiterin von Prof. Karlovski betreut.

     

    Die in Fachkreisen bekannte Problematik dieses Forschungsvorhabens erfordert ein breitgefächertes Vorgehen und den Einsatz modernster Geräte. Bei den Bodenproben werden folgende Untersuchungsmethoden angewandt.

     

    -          Physikalisch - chemisch

    -          Untersuchung auf Nematodenbefall

    -          Biotest, Topfversuche im Gewächshaus,

    -          Molekularbiologische Untersuchungen mittels DGGE denaturierende Gradient- Gelelektorphorese.

     

    Nach Beendigung des Forschungsvorhabens wird Abschlußbericht vorgelegt.

     

    Zum Schluss noch eine gute Nachricht. Im Bestreben die  an verschiedenen Orten laufenden Forschungsarbeiten „Bodenmüdigkeit bei Rosen“ zu koordinieren und ihre Weiterführung zu gewährleisten ist es uns gelungen, alle an diesem Thema interessierten Institutionen zu einer Gesprächsrunde zusammenzuführen. Am 08.04.2008 trafen sich die Wissenschaftler der Universitäten Göttingen und Hannover sowie des Gartenbauzentrums Schleswig-Holstein. Die Rosenzüchter und Rosenanbauer waren durch Wilhelm Kordes und den Geschäftsführer des Bundes Deutscher Baumschulen vertreten. Für die Rosenfreunde und die bundesweiten Rosengärten der Präsident der Rosengesellschaft.

     

    Alle Teilnehmer waren sich einig, dass nur eine gemeinsame Kraftanstrengung zur Lösung dieses Problems, welches uns alle betrifft, führen kann. Mit konstruktiven vorausschauenden Planungen und Absprachen wurde ein Grundstock für ein nachhaltiges gemeinsames Arbeiten für die Zukunft gelegt. Die Stiftung wurde mit der Koordinierung betraut.

     

     

    Nachrichten

     

    Mandat für das Europa-Rosarium zur Etablierung einer Rosengenbank

    Am 23.6.2005 fasste der Rat der Stadt Sangerhausen folgenden Beschluss:

    Beschlussgegenstand:

    Mandat für das Europa-Rosarium Sangerhausen zur Etablierung einer Genbank.

    Dieses Mandat hat folgenden Wortlaut:

    Die Stadt Sangerhausen erteilt dem Europa-Rosarium Sangerhausen das unbefristete und freie Mandat zur Etablierung einer Rosengenbank mit den dazugehörigen Referenzsammlungen. Dieser Auftrag erfordert, die Gesamtvariabilität der Gattung Rosa L. zu sammeln, zu erhalten, zu charakterisieren, zu evaluieren und Material allen daran interessierten Nutzern entsprechend der Genbank-Ordnung zu Verfügung zu stellen. Akzessionen aus dem Rosarium dürfen weder gehandelt noch unbegründet liquidiert werden.

     

    Repräsentative Teilkollektionen sollen alle Arten und infraspezifische Taxe der Gattung ebenso enthalten wie die Grundtypen und Sorten aller Klassen, Kulturepochen, die Kreuzungen verschiedener Züchter, Sonderformen und wirtschaftlich wichtige Sorten.

     

    Einzig die Stadt Sangerhausen ist der Direktorin / dem Leiter des Europa-Rosariums in seiner Funktion weisungsberechtigt. Umfang und Strategie der Sammlung bleiben hiervon unberührt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rosariums sind an keinerlei Weisungen anderer Personen und Institutionen gebunden. Politische und wirtschaftliche Einflussnahmen außen stehender Personen oder Gruppierungen sind grundsätzlich ausgeschlossen.

     

    Die Stadt Sangerhausen bekannt sich zur Betreibung des Europa-Rosariums und wird die Kosten in ihrem Haushalt darstellen.

     

    Die Stadt Sangerhausen mit ihrem Europa-Rosarium wird weiterhin eine vertrauensvoll Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Rosenfreunde (VDR), der VDR-Stiftung und der Rosenstadt Sangerhausen GmbH pflegen. Darüber hinaus ist die Stadt bereit mit anderen Partner zusammenzuarbeiten.

     

     

    Workshop 'Die Zukunft des Europa-Rosariums im 21. Jahrhundert’

     

    Die Stadt Sangerhausen hatte interessierte Fachleute und Rosenfreunde aus Anlass der Eröffnung des neuen Glasshauses zu einem Workshop eingeladen mit dem Thema:

     

    ‚Die Zukunft des Rosariums Sangerhausen im 21. Jahrhundert’

     

    Am 21. und 22. April 2006 diskutierten in drei verschiedenen Arbeitskreisen die Teilnehmer in folgenden Gruppen:

    1)Rosensammlung und Sortimentserhaltung

    2) Gartengestaltung

    3) Tourismus

     

    Der erste Arbeitskreis diskutierte und befasste sich mit den Fragen des Sortiments.

     

    Wichtig ist die Feststellung, dass für die Erfüllung des weiteren Ausbaues der Sortimente langfristig mehr Platz notwendig sein wird. Dann wurde die Neuordnung der Sortimente angesprochen. Die Schwerpunkte der künftigen Sammlung werden sein.

     

    a) Ergänzung und Vervollständigung der Wildrosen

    b) Vervollständigung der Sammlung historischer und Neuzüchtungen aus nationalen und

         internationalen Quellen.

    c) Sorten mit wichtigen züchterischen Merkmalen z.B. Resistenz, Farbe und Duft.

     

    Der Arbeitskreis Gartengestaltung diskutierte die weiteren Planungshorizonte und befasste sich mit der mittelfristigen Planung des gesamten Rosariums. Das Planungsbüro Dane aus Weimar erläuterte noch einmal die Alternativen zu den beiden Eingangssituationen. Einig war man sich, dass sehr rasch die Fläche vor dem neuen Haupteingang für das Rosarium nutzbar gemacht werden muss, besonders auch im Hinblick auf den künftigen Platzbedarf für die Sortimente. Wünschenswert wäre eine Langzeitplanung, damit es nicht immer wieder zu provisorischen Flächennutzungen kommt, die nur unnötige Kosten verursachen. Die Planung der neuen Anlage eines neuen Gartenteils für Duftrosen wäre vordringlich. Ein Duftrosen-.

     

    garten wäre sicher ein Publikumsmagnet.

     

    Der Arbeitskreis Tourismus hatte das Ziel die Attraktivität des Rosariums für Besucher zu erhöhen. Folgende Punkte wurden vorgeschlagen:

    a) eine tägliche Rosenberatung soll zur Hauptbesuchszeit im Glashaus angeboten werden

    b) Die Schulung von Multiplikatoren sollen mehr Gäste für Sangerhausen bringen.

    c) Rosenfeste und andere Aktivitäten müssen mehr Besucher anlocken.

    Mit über 50 Teilnehmer bot der Workshop eine gute Mischung von Rosenfachleuten und engagierten Rosenfreunden, die mit vielen neuen Ideen der Verwaltung und der Leitung des Rosariums gute Impulse für die Arbeit in den nächsten Monaten geben konnten.

     

    Der Dank aller Teilnehmer dieser Veranstaltung gilt der Stadt Sangerhausen, die mit diesem Workshop bewiesen hat, dass das Rosarium eine gute Investition für die Zukunft ist.

     

    Informationen über das Europa-Rosarium Sangerhausen finden Sie unter

    http://europa-rosarium.de/cms/1/?i=1.0.0.0.1...

     

     

     


    Wollen Sie beim weiteren Ausbau des Rosariums mitwirken?
    Bitte hier klicken zum Spendenformular


    zurück zum Inhaltsverzeichnis!





    counter-kostenlos.net